Die Funktionsweise eines Lebensarbeitszeitkontos unterteilt sich in zwei Phasen: der Anspar- und der Auszahlungsphase.
Die Ansparphase
Die Ansparung eines Lebensarbeitszeitkontos erfolgt in der Regel über Arbeitszeit- oder Geldbeträge. Arbeitnehmer entscheiden gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber, welche Anteile ihres Einkommens zur Bildung des Langzeitarbeitskontos verwendet werden. Die wichtigsten Quellen für Einzahlungen sind:
- Überstunden: Geleistete Mehrarbeit wird in Zeit oder Geld umgewandelt und dem zukünftigen Guthaben gutgeschrieben. Dies gilt auch für die Vergütung von Überstunden.
- Gehaltsbestandteile: Arbeitnehmer können einen Teil ihres Bruttogehalts in das Konto einzahlen. Dadurch erhöht sich das angesparte Guthaben ohne Abzüge durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.
- Urlaubstage: Nicht genutzte Urlaubstage können häufig ins Zeitwertkonto übertragen werden (falls sie tarif- oder arbeitsrechtlich einbringbar sind).
- Arbeitgeberzuschüsse: Viele Unternehmen fördern den Aufbau eines Lebensarbeitszeitkontos durch zusätzliche Beiträge zu erreichten Sparzielen.
Ein zentrales Merkmal der Ansparphase ist die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit der angesparten Beträge. Erst bei der Auszahlung, also der tatsächlichen Nutzung des Wertguthabens, werden diese Beiträge fällig. Das macht Lebensarbeitszeitkonten vor allem steuerlich attraktiv.
Die Auszahlungsphase
In der Auszahlungsphase wird das angesparte Guthaben für eine vorher festgelegte Freistellung verwendet. Dazu zählen unter anderem:
- Vorzeitiger Renteneintritt ohne Abschläge
- Verlängerungen von Elternzeit oder Pflegeurlaub
- Sabbaticals oder Bildungsreisen
- Fort- und Weiterbildungen
Während der Freistellung bleibt das Beschäftigungsverhältnis bestehen und die Mitarbeitenden erhalten weiterhin ein Gehalt, welches aus dem angesparten Wertguthaben finanziert wird. Wichtig dabei ist, dass das ausgezahlte Gehalt in einem zuvor bestimmten Rahmen bleibt, typischerweise zwischen 70 und 130 Prozent des regulären Durchschnittsgehalts.