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Ausfallmanagement in der Pflege

Ausfallmanagement in der Pflege: Der Ausnahmefall, der keiner ist

Ausfallmanagement in der Pflege

Ein Notfallplan für den Normalfall 

Im Gesundheitswesen gibt es für fast alles einen Notfallplan: für den Brandfall, den Stromausfall, den Massenanfall von Verletzten. Und dann gibt es einen Fall, der so regelmäßig eintritt wie der Schichtwechsel, und für den in vielen Häusern nichts weiter existiert als eine Telefonliste und den Satz „Du, kannst du kurz einspringen?” 

Die Rede ist vom Personalausfall. 

Wir nennen ihn gern „Ausnahme”, „Engpass” oder „unglückliche Verkettung”, obwohl er in jedem Dienstplan der Welt längst mit einberechnet sein müsste. Wer zweimal pro Woche einen Notfall hat, hat keinen Notfall mehr, sondern ein Organisationsproblem und genau hier setzt ein professionelles Ausfallmanagement in der Pflege an, um aus dem täglichen Reagieren endlich ein verlässliches, vorausschauendes Handeln zu machen. 

Inhalt

Definition: Was ist Ausfallmanagement in der Pflege?

Unter Ausfallmanagement in der Pflege (sowie im gesamten Gesundheitswesen) versteht man die Gesamtheit aller strategischen, organisatorischen und technischen Maßnahmen zur systematischen Kompensation von kurzfristigen und unvorhergesehenen Personalausfällen (z. B. durch Krankheit oder Notfälle). 

Ziel eines professionellen Ausfallkonzepts in der Pflege ist es: 

  • Mindestbesetzungen und Fachkraftquoten verlässlich zu sichern 
  • Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten  
  • Das Stammpersonal vor Überlastung durch ständiges „Einspringen aus dem Frei“ zu schützen. 

Insbesondere beim Ausfallmanagement in der Altenpflege und im Krankenhausbereich bildet ein solches Konzept die Brücke zwischen Dienstplansicherheit und Mitarbeitergesundheit.

Warum machen die aktuellen Zahlen ein Ausfallmanagement in der Pflege unverzichtbar?

Weil Ausfälle keine Ausnahme sind, sondern statistische Gewissheit. 

Pflegekräfte fehlen im Schnitt deutlich häufiger und länger als Beschäftigte anderer Branchen, besonders in der Altenpflege und oft bedingt durch hohe psychische Belastungen. Wer diese Realität ignoriert und Ausfälle als seltene Notfälle behandelt, überlastet das verbleibende Team und setzt eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang. 

Wie drastisch der Unterschied zum allgemeinen Arbeitsmarkt tatsächlich ist, verdeutlicht die Auswertung der Techniker Krankenkasse: 

Bereich / Berufsgruppe  Ø Fehltage pro Jahr 
Altenpflege  32,7 Tage 
Pflegekräfte bundesweit  27,8 Tage 
Krankenpflege  25,8 Tage 
Bundesdurchschnitt (alle Berufe)  17,7 Tage 
Davon psychische Erkrankungen (Pflege RLP)  6,3 Tage (vs. 3,3 Tage Schnitt) 

Quelle: Fehlzeiten von Pflegekräften | Die Techniker – Presse & Politik 

Rechnet man das kurz hoch, wird aus der Statistik ein Dienstplan-Problem: Zehn Fehltage Differenz pro Kopf bedeuten bei 100 Beschäftigten rund 1.000 zusätzliche Fehltage im Jahr. Die müssen nicht nur irgendwie verschwinden, sie müssen von jemandem übernommen werden. Und das ist die eigentlich interessante Frage: von wem? 

Wie läuft ein faires Ausfallmanagement-Konzept in der Praxis ab?

Fünf Stationen eines Ausfalls 

Wer das Thema ernst nimmt, sollte es als Prozess betrachten, nicht als Ereignis. Von der Krankmeldung bis zur besetzten Schicht passiert nämlich einiges, und an jeder Station geht Zeit verloren oder Fairness flöten: 

  1. Erkennen: Wann und wie erfährt die Planung vom Ausfall, und wie schnell ist die Lücke im Plan sichtbar? 
  2. Prüfen: Wer käme infrage? Wer hat die nötige Qualifikation, wer ist verfügbar, wer hat noch genug Ruhezeit? 
  3. Anfragen: Wen spreche ich an, in welcher Reihenfolge, auf welchem Weg? 
  4. Besetzen: Wer sagt zu, und wie kommt das zurück in den Dienstplan? 
  5. Auswerten: Was lehrt uns dieser Ausfall für den nächsten?

Im Alltag verschmelzen die ersten vier Stationen häufig zu einem einzigen Telefonmarathon. Der fünfte Schritt findet erfahrungsgemäß gar nicht statt, weil schon der nächste Anruf wartet. 

„Hauptsache, jemand kommt”? Eher nicht. 

Dazu kommt ein Mythos, der sich hartnäckig hält: Hauptsache, die Schicht ist voll. Im Gesundheitswesen ist das selten die ganze Wahrheit: 

  • Auf der Intensivstation braucht es andere Kompetenzen als im Wohnbereich 
  • Im OP andere als in der Tagespflege 
  • Im Rettungsdienst wieder andere als in der Praxis 

Mindestbesetzungen, Fachkraftquoten und Nachweise gelten auch dann, wenn sich um kurz vor sechs jemand erbarmt. 

Eine Lücke ist also nie nur eine Lücke, sondern eine Lücke mit Anforderungsprofil. Wer die Qualifikationen seines Teams nicht auf einen Blick kennt, ruft im Zweifel die Falschen an oder übersieht die Richtigen. Ein sauber gepflegtes Skill Management und Qualifikationsmanagement ist deshalb keine Verwaltungsspielerei, sondern die Voraussetzung dafür, dass das Ausfallmanagement überhaupt zielgenau arbeiten kann. 

Der Dauer-Retter und andere Ungerechtigkeiten 

Jedes Team hat sie: die eine Kollegin, die nie Nein sagt. Sie ist erreichbar, hilfsbereit, loyal. Und genau deshalb wird sie am häufigsten gefragt. Das Ergebnis ist eine Ungerechtigkeit, die keiner bewusst herbeigeführt hat und die doch alle spüren: 

  • Wer verlässlich ist, wird bestraft. 
  • Wer sein Handy ausmacht, hat plötzlich mehr vom Leben. 

Faire Verteilung heißt deshalb nicht, jeden gleich oft zu fragen. Sie heißt, Verfügbarkeit, Stundenkonten, bisherige Einsätze und Wünsche transparent zu berücksichtigen, und zwar so, dass jede und jeder nachvollziehen kann, warum gerade er oder sie angefragt wird. Transparenz ist hier kein nettes Extra. Sie ist der Unterschied zwischen „Ich helfe gern“ und „Schon wieder ich?“. 

Answer !

Wie löst ein Springerpool-Konzept in der Pflege das Problem von Engpässen?

Pooling: Wenn nicht jeder Ausfall ein Einzelfall sein muss

Eine der wirksamsten Antworten auf das Dauerprovisorium ist ein Gedanke, der in der Industrie längst Alltag ist und im Gesundheitswesen noch zu selten gedacht wird: Warum nicht eine gemeinsame Ressource schaffen, statt jede Station einzeln um Ersatz betteln zu lassen? 

Ein Mitarbeitenden-Pool bündelt Beschäftigte mit ähnlichen Qualifikationen, die nicht fest an eine Einheit gebunden sind, sondern situativ dort eingesetzt werden, wo gerade Bedarf besteht. Das nimmt dem einzelnen Teamleiter die Last, jeden Ausfall allein zu lösen. Und es verschiebt das Selbstverständnis: vom „Meine Station, mein Problem” zum „Unser Haus, unsere Ressource”. Eine ausführliche Einführung bietet unser plano-Beitrag Pooling mit WFM-Software. 

Pooling mit plano 

Mit plano Pooling lassen sich Beschäftigte mit ähnlichen Qualifikationen in einem Pool bündeln und flexibel auf offene Dienste verteilen. Das System gleicht Qualifikation, Verfügbarkeit und individuelle Wünsche ab und schlägt passende Besetzungen vor. Mitarbeitende erhalten per Push-Benachrichtigung eine Anfrage und können den Dienst direkt annehmen. Der Effekt: weniger Telefonate für die Planenden, weniger Bedarf an teuren Leiharbeitskräften und kurzfristigen Überstunden, mehr Fairness bei der Verteilung.  

smartphone and desctop with plano software

Mitreden macht einspringbereit

Es liegt nahe, dass die Bereitschaft zum Einspringen auch etwas damit zu tun hat, wie viel Einfluss man sonst auf den eigenen Dienstplan hat. Wer seine Wünsche einbringen, Dienste tauschen und offene Schichten selbst einsehen kann, erlebt den kurzfristigen Einsatz eher als Entscheidung, denn als Zumutung. 

Genau hier setzt das Mitarbeitendenportal myplano an: Verfügbarkeiten und Präferenzen werden digital hinterlegt, flossen automatisch in die Planung ein und werden auch beim Pooling berücksichtigt. Wer noch einen Schritt weitergehen will, findet im Self Rostering ein Modell, bei dem Teams ihre Dienste stärker selbst gestalten. Ob das für jedes Haus passt, ist eine Frage der Kultur und der Vorbereitung (der Betriebsrat sollte früh mit am Tisch sitzen). Als Gedankenspiel lohnt es sich allemal. 

Wie wird Ausfallmanagement von der Notlösung zur vorausschauenden Strategie?

Lücken lesen lernen

Und dann wäre da noch Station fünf, die so gern vergessen wird. Wer Ausfälle systematisch auswertet, erkennt Muster: 

  • Montagmorgens fällt auffällig oft jemand aus? 
  • Auf einer Station häufen sich die Engpässe? 
  • Im November kippt der Plan regelmäßig? 

Diese Erkenntnisse sind Gold wert, wenn sie in die nächste Planung zurückfließen.
Eine fundierte Personalbedarfsanalyse hilft dabei, den echten Bedarf zu kennen, und eine KI-gestützte Dienstplanoptimierung sorgt dafür, dass der Plan von Anfang an etwas verkraftet.  

Das Ziel ist kein Plan ohne Ausfälle (den gibt es nicht), sondern einer, der sie aushält. 

Nachhaltiges Workforce Management-Junge Frau aus dem Gesundheitswesen

Ein Thema, viele Stationen

Ob Klinik, Pflegeheim, ambulanter Dienst, Reha, MVZ oder Arztpraxis: Die Bühne ist überall eine andere, das Stück bleibt dasselbe. 

  • Im Krankenhaus kommen Bereitschaftsdienste und Qualifikationsvielfalt hinzu 
  • In der stationären Pflege die Mindestbesetzung rund um die Uhr 
  • Im ambulanten Dienst der Zeitdruck 
  • In kleinen Praxen die Tatsache, dass jede Abwesenheit sofort auffällt 

Genau hier unterstützt plano WFM, dass im Gesundheitswesen bereits von führenden Trägern wie Vivantes erfolgreich eingesetzt wird. Mehr zur Branche finden Sie auf der Seite plano für das Gesundheitswesen und im Vergleich Die 7 besten Workforce-Management-Lösungen im Gesundheitswesen. 

Zurück zum Telefon 

Zurück zur Telefonliste: Sie hat jahrzehntelang treue Dienste geleistet, und niemand soll ihr das absprechen. Aber sie ist ein Werkzeug für eine Welt, in der Ausfälle selten sind. In der Welt, in der wir arbeiten, sind sie die Regel. 

Ausfallmanagement ist deshalb weniger eine Frage des Notfallplans als eine der Haltung: Planen wir den Normalfall wie einen Normalfall? Behandeln wir die Freizeit unserer Teams wie einen Puffer oder wie das, was sie ist? Und sind wir bereit, aus jedem Ausfall zu lernen, statt nur den nächsten zu überstehen? 

Wenn Sie sehen möchten, wie sich offene Dienste digital, fair und schnell besetzen lassen, vereinbaren Sie eine unverbindliche Demo. 

Carolin Holstein, Marketing & PR, plano solutions gmbh

Carolin Holstein

Marketing & PR

Carolin Holstein betreut die redaktionellen Inhalte dieses Blogs und ist im Bereich Marketing/PR tätig. Mit ihrer klaren, zielgruppengerechten Sprache bereitet sie komplexe Themen verständlich und praxisnah auf. Durch die regelmäßige Erstellung von redaktionellen Inhalten hat sie vielfältiges Wissen im Workforce Management aufgebaut und verbindet damit Marketingkompetenz mit fachlicher Tiefe.

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Weitere Informationen zu unserer Workforce Management-Software und den
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→ Workforce Management von plano 

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